Der Markt für Bohrgeräte verlagert seinen Wachstumsschwerpunkt zunehmend auf Anbaugeräte: Mit vier zentralen Zubehörlösungen können Erdbohrer ihr Einsatzspektrum erheblich erweitern und ihre Amortisation beschleunigen. Hersteller wie Ausa und andere Anbieter von Kompaktmaschinen reagieren auf die steigende Nachfrage nach Flexibilität im Leitungsbau und der Pfahlgründung.
Erdbohrgeräte, die traditionell für Fundamentarbeiten und das Setzen von Pfählen eingesetzt werden, gelten durch ihre hohe Spezialisierung oft als kapitalintensiv bei begrenzter Auslastung. Die Branche antwortet darauf mit modularen Anbaukonzepten, die das Einsatzgewicht und die Maschinenauslastung optimieren.
Vier zentrale Anbaugeräte steigern Vielseitigkeit
Laut Branchenanalysen dominieren vier Anbaugerät-Typen den Markt: Erstens verschiedene Bohrschnecken-Durchmesser, die sich werkzeuglos wechseln lassen und Durchmesser von 150 mm bis über 900 mm abdecken. Zweitens Bohrkronen mit unterschiedlichen Zahnkonfigurationen für verschiedene Bodenklassen – von sandigem Untergrund bis hin zu felsigem Terrain. Drittens Verlängerungsstangen, die Bohrtiefen von bis zu 15 Metern ermöglichen und besonders im Tiefbau gefragt sind. Viertens hydraulische Schnellwechsler, die den Umbau von Bohr- auf Grabwerkzeuge in unter drei Minuten ermöglichen.
Diese Modularität erlaubt es Bauunternehmen, eine einzelne Trägermaschine für mehrere Anwendungen zu nutzen – von der Erdbewegung über Gründungsarbeiten bis hin zu Pflanzarbeiten im Landschaftsbau. Besonders im städtischen Raum, wo Platzmangel den Einsatz mehrerer Spezialmaschinen erschwert, steigt die Nachfrage nach solchen Mehrzwecklösungen.
Auswirkungen auf Hersteller und Markt
Für Hersteller von Kompaktmaschinen und Trägergeräten bedeutet dieser Trend eine Verschiebung der Wertschöpfung: Während die Margen bei Basismaschinen durch Wettbewerbsdruck sinken, wächst das Geschäft mit Anbaugeräten und Zubehör überproportional. Firmen wie Wacker Neuson und Kubota haben ihre Anbaugerät-Portfolios in den vergangenen zwei Jahren deutlich erweitert.
Der deutsche Kompaktmaschinen-Markt profitiert besonders von dieser Entwicklung: Die hohe Dichte an mittelständischen Bauunternehmen, die flexible, kosteneffiziente Lösungen suchen, treibt die Nachfrage nach modularen Systemen. Besonders gefragt sind derzeit Systeme mit universellen Hydraulikanschlüssen, die herstellerübergreifende Kompatibilität ermöglichen – ein Ansatz, der auch bei Tiltrotatoren zu beobachten ist.
Flottenmanager kalkulieren bei Erdbohrern mit Anbaugeräten mit bis zu 30 Prozent höheren Betriebsstunden pro Jahr als bei Spezialgeräten ohne Wechseloptionen. Dies verbessert die Amortisation deutlich: Während reine Bohrgeräte oft 1.200 bis 1.500 Betriebsstunden pro Jahr erreichen, kommen multifunktionale Systeme auf über 2.000 Stunden. Die Investition in vier bis fünf Anbaugeräte amortisiert sich laut Herstellerangaben typischerweise innerhalb von 18 bis 24 Monaten.
Parallel dazu wächst die Bedeutung von Telematik-Lösungen, die den Wechsel und die Auslastung verschiedener Anbaugeräte dokumentieren und so Flottenoptimierung ermöglichen. Besonders im Anbaugeräte-Segment etablieren sich zudem Mietmodelle, die Bauunternehmen noch flexibler machen.