Die Flächendeckende Dynamische Verdichtungskontrolle (FDVK) ist ein in modernen Verdichtungswalzen eingesetztes System zur kontinuierlichen Messung der Bodenverdichtung während des Walzvorgangs. Sensoren erfassen Schwingungen und Widerstände des Bodens und berechnen daraus in Echtzeit einen Verdichtungswert, der auf einem Display angezeigt wird. Der Fahrer sieht sofort, welche Bereiche ausreichend verdichtet sind und wo nachgearbeitet werden muss. Das Verfahren kommt im Erd- und Straßenbau zum Einsatz und überwacht den kontinuierlichen Fortschritt bis zur gewünschten Verdichtung des Materials.

Wie funktioniert die dynamische Verdichtungskontrolle?

Die Technologie basiert auf Beschleunigungssensoren, die in der Walzenbandage integriert sind. Während der Verdichtung erfassen diese Sensoren die Schwingungen und den Widerstand des Bodens. Aus den Messwerten wird permanent die dynamische Bodensteifigkeit ermittelt und dem Fahrer als EVIB-Werte in der Einheit MN/m² angezeigt. Der EVIB-Wert steht in direktem Zusammenhang mit dem Verformungsmodul EV2 des statischen Lastplattendruckversuchs.

Sämtliche Arbeitsschritte werden georeferenziert dokumentiert, sodass ein lückenloser Nachweis für den Auftraggeber und die Eigenüberwachung entsteht. Optional steht ein Drucker zur bahnweisen Dokumentation der EVIB-Werte zur Verfügung. Die Daten fließen in ein digitales System, das eine sofortige Auswertung ermöglicht und zeigt, an welchen Stellen des Bodens noch Verdichtungsarbeit einzubringen ist und wo bereits eine Überverdichtung droht.

Einsatzgebiete und Vorteile im Straßen- und Erdbau

FDVK wird sowohl im Erdbau als auch im Asphaltbau eingesetzt. Im Straßenbau ermöglicht das System eine homogene Verdichtung auf der Einbaufläche und erhöht dadurch die Qualität des gesamten Asphalt-Einbauvorgangs. Mit dem Verfahren lässt sich die Verdichtung und Tragfähigkeit von Böden im Erd- und Straßenbau qualitativ und quantitativ beurteilen.

Die Vorteile für den Praktiker sind konkret messbar:

  • Das System meldet, wenn keine weitere Verdichtungsarbeit mehr möglich ist
  • Schwachstellen und Inhomogenitäten werden entdeckt und dokumentiert
  • Unnötige Übergänge werden eingespart, was Zeit und Kraftstoff reduziert
  • Die Verdichtungsqualität wird gleichmäßiger und besser
  • Ungleichmäßige Verdichtung bleibt nicht unentdeckt
  • Nacharbeiten und Folgeschäden werden vermieden

Technische Komponenten und Maschinenausstattung

Ein vollständiges FDVK-System besteht aus mehreren Komponenten: zwei Beschleunigungsaufnehmern, einem Wegmesser, der Elektronikeinheit, der Bedien- und Anzeigeeinheit sowie optional einem Drucker. Moderne Asphaltwalzen werden bereits ab Werk mit der Vorrüstung für FDVK ausgestattet. Die Mitarbeiter auf den Baustellen können dadurch die Maschinen in kurzer Zeit mit Tablet und GNSS-Antenne aufrüsten und die Flächendeckende Dynamische Verdichtungskontrolle einsetzen.

Alle BOMAG Walzenzüge können mit dem System ausgerüstet werden. Bei Walzenzügen mit VARIOCONTROL ist das Messsystem bereits Standardausrüstung. Die Integration in moderne Walzen erfordert keine besonderen Ansprüche an die Baugeräteführer und Fahrer. Das System unterstützt die Walzenfahrer, Bauleiter sowie Mitarbeiter im Labor bei ihrer täglichen Arbeit und gibt ihnen einen ständigen Überblick über den Verdichtungsfortschritt.

Dokumentation und Qualitätssicherung

Die lückenlose georeferenzierte Dokumentation aller Arbeitsschritte ist ein zentraler Vorteil von FDVK gegenüber traditionellen Methoden der Qualitätskontrolle Verdichtung. Punktuelle Messungen können ungleichmäßige Verdichtung übersehen, während die kontinuierliche Überwachung während des Verdichtungsprozesses jeden Quadratmeter erfasst. Das Verfahren liefert einen vollständigen Nachweis für Auftraggeber und vermeidet hohe Kosten durch Nacharbeiten und spätere Schäden sowie Zeitverlust bei manuellen Prüfungen.

Die flächendeckende Erfassung erhöht die Langlebigkeit der Straßenkonstruktion, da die Qualität maßgeblich von der Verdichtung des Untergrunds abhängt. Moderne digitale Systeme ermöglichen zudem die Integration in übergeordnete Planungs- und Dokumentationsprozesse, etwa im Rahmen von BIM-Projekten.