Mit der globalen Sicherheitskampagne 'Check it!' verschärft die International Powered Access Federation (IPAF) ab 2026 den Fokus auf präventive Wartung und Vorab-Inspektionen bei Hubarbeitsbühnen. Die Initiative zielt auf drei Kernbereiche: systematische Vorab-Checks durch Bediener, regelkonforme Wartungsintervalle und fachgerechte Serviceprozesse. Für Vermieter und Betreiber bedeutet dies eine Intensivierung der Dokumentationspflichten – besonders bei gemischten Flotten mit konventionellen und elektrischen Arbeitsbühnen.
Die Kampagne reagiert auf Unfallstatistiken der vergangenen Jahre, die trotz technischer Fortschritte eine konstante Quote vermeidbarer Zwischenfälle durch mangelnde Inspektion zeigen. IPAF fordert dabei nicht nur die tägliche Sichtkontrolle vor Arbeitsbeginn, sondern auch die lückenlose Nachverfolgbarkeit von Wartungshistorien. Für Flottenmanager bedeutet dies: Telematik-Systeme werden vom Nice-to-have zum Must-have, um Serviceintervalle automatisiert zu tracken und Ausfallzeiten zu minimieren.
Haulotte, einer der führenden europäischen Hersteller von Zugangsplattformen, hat bereits reagiert: Der französische OEM integriert verstärkt digitale Checklisten in seine Maschinensteuerungen und erweitert sein Sherpal-Telematiksystem um Wartungserinnerungen. Bei Haulotte setzt man zudem auf präventive Diagnosefunktionen, die kritische Verschleißteile wie Hydraulikschläuche oder Schwenklager überwachen – ein Ansatz, der besonders bei Scherenbühnen im Dauereinsatz Standzeiten reduzieren soll.
Die Kampagne dürfte auch den Wettbewerb im Vermietmarkt beeinflussen: Anbieter, die bereits heute durchgängige Wartungsdokumentation und digitale Übergabeprotokolle nutzen, positionieren sich als Qualitätsführer. Vermieter ohne standardisierte Prüfprozesse geraten unter Anpassungsdruck – zumal Versicherer und Berufsgenossenschaften zunehmend lückenlose Nachweise fordern. Parallel rückt die Schulung von Bedienern in den Fokus: IPAFs eigene Zertifizierungsprogramme (PAL Card) könnten künftig um verpflichtende Wartungs-Module erweitert werden.
Branchenbeobachter erwarten, dass die Initiative mittelfristig auch regulatorische Konsequenzen hat. Während 'Check it!' zunächst auf Selbstverpflichtung setzt, könnten nationale Arbeitsschutzbehörden die Standards in verbindliche Vorschriften überführen – ähnlich wie bei der Emissionsklasse Stage V. Für Betreiber bedeutet dies: Investitionen in digitale Wartungsplattformen und Schulungen sind keine Option mehr, sondern Voraussetzung für rechtssicheren Betrieb. Die Kampagne läuft offiziell bis Ende 2026, IPAF hat jedoch bereits angekündigt, die Kernbotschaften dauerhaft in ihre Trainings- und Zertifizierungsprogramme zu integrieren.