Kleemann aus Göppingen präsentiert eine neue Generation mobiler Brechanlagen und Siebanlagen, die vollständig elektrisch betrieben werden. Die Maschinen laufen ohne Dieselmotor, Strom kommt aus dem Netz oder vom Generator. Für Baustellen in Innenstädten oder geschlossenen Hallen bedeutet das: Null lokale Emissionen, kein Lärm durch den Dieselaggregat-Betrieb, niedrigere Betriebskosten.

Die neue Technologie richtet sich vor allem an Recyclingbetriebe und Abbruchunternehmen, die in emissionsregulierten Zonen arbeiten. Wer heute in Innenstädten Beton bricht oder Asphalt aufbereitet, stößt schnell an regulatorische Grenzen. Kleemann setzt hier auf reine Elektrifizierung: Die Anlagen werden per 400-Volt-Anschluss oder per Hochspannungskabel versorgt. Alternativ lässt sich ein externer Stromerzeuger ankoppeln – dann aber weiterhin mit allen Abgasvorschriften.

Die technischen Daten unterscheiden sich nicht grundlegend von dieselbetriebenen Modellen. Durchsatzleistung, Brechkraft und Siebfläche bleiben identisch. Der Unterschied liegt im Antrieb: Elektromotoren ersetzen den Dieselmotor, die Hydraulikpumpen laufen elektrisch. Das senkt die Wartungskosten spürbar. Ölwechsel, Filterservice und Abgasnachbehandlung entfallen. Nach Herstellerangaben liegen die Betriebskosten pro Tonne gebrochenes Material rund 30 Prozent unter denen vergleichbarer Dieselanlagen.

Kleemann positioniert sich damit neben Wettbewerbern wie Rubble Master, die bereits vollelektrische Backenbrecher im Programm haben. Der Markt für elektrische Recyclingmaschinen wächst – besonders in Westeuropa. Dort verschärfen Städte die Anforderungen an Baustellen kontinuierlich. In Deutschland, Österreich und der Schweiz gelten in vielen Kommunen bereits heute strenge Emissions- und Lärmgrenzwerte.

Die Investitionskosten für eine vollelektrische mobile Brechanlage liegen laut Branchenschätzungen rund 15 bis 20 Prozent über denen einer Dieselmaschine. Die Amortisation erfolgt über geringere Energie- und Wartungskosten. Bei einer jährlichen Auslastung von 1.500 Betriebsstunden rechnet sich die Investition nach etwa vier bis fünf Jahren.

Kleemann gehört zur Wirtgen Group, die wiederum zu John Deere gehört. Die Gruppe hat auf der bauma 2025 bereits mehrere elektrische und hybride Maschinen gezeigt. Die vollelektrischen Brech- und Siebanlagen ergänzen das Portfolio in Richtung Recycling und Materialaufbereitung. Wer jetzt in neue Anlagen investiert, sollte die Verfügbarkeit von Netzanschlüssen auf der Baustelle prüfen. Ohne 400-Volt-Anschluss oder Generator bleibt die Maschine stehen.

Die langfristige Marktentwicklung zeigt klar in Richtung Elektrifizierung. Elektrische Baumaschinen sind keine Nische mehr, sondern werden in vielen Segmenten zur Standardoption. Kleemann reagiert auf diese Nachfrage mit einer klaren Produktstrategie: Vollelektrisch statt Hybrid, Netzstrom statt Batterie, maximale Leistung bei minimalem Emissionsausstoß vor Ort.