Volvo Construction Equipment rüstet sein Werk für Straßenfertiger und Verdichtungswalzen in Hameln um. Die Modernisierung zielt auf höhere Produktionskapazität und die Integration neuer Technologien für elektrifizierte Straßenbaumaschinen. Das Werk produziert seit Jahrzehnten Asphaltfertiger und Walzen – jetzt wird die Fertigung fit für die Elektrifizierung der Baustelle gemacht.

Details zum Investitionsvolumen nennt Volvo CE nicht. Klar ist: Der schwedische Hersteller bereitet das Werk auf die Serienproduktion elektrischer und hybrid-elektrischer Straßenbaumaschinen vor. Bereits jetzt laufen in Hameln kompakte Asphaltfertiger und Tandemwalzen vom Band – künftig sollen auch elektrifizierte Varianten für urbane Baustellen folgen. Die Nachfrage nach emissionsfreien Maschinen steigt, besonders bei Kommunen und Auftraggebern mit Klimazielen.

Die Modernisierung umfasst nach Unternehmensangaben neue Produktionslinien, angepasste Montageabläufe und Testeinrichtungen. Für Batteriesysteme, elektrische Antriebsstränge und Ladetechnik braucht es andere Fertigungsprozesse als für Dieselmaschinen. Volvo setzt dabei auf modulare Plattformen: Walzen und Fertiger sollen wahlweise mit Diesel-, Hybrid- oder Elektroantrieb konfiguriert werden können. Das senkt die Komplexität in der Fertigung und verkürzt Lieferzeiten.

Für die Beschäftigten in Hameln bedeutet die Investition Weiterbildung. Neue Technologien wie Hochvolt-Systeme, Telematik-Integration und digitale Qualitätskontrolle erfordern zusätzliche Qualifikationen. Volvo hat angekündigt, die Belegschaft entsprechend zu schulen. Konkrete Zahlen zur Beschäftigungsentwicklung wurden nicht genannt – die lokale Wirtschaft reagiert positiv auf die Ankündigung, da das Werk ein wichtiger Arbeitgeber in der Region ist.

Straßenbaumaschinen gehören zu den letzten Segmenten, die elektrifiziert werden. Während bei Baggern und Radladern bereits zahlreiche Elektro- und Hybridmodelle verfügbar sind, hinken Asphaltfertiger und Walzen hinterher. Der Grund: hoher Energiebedarf über lange Einsatzzeiten. Moderne Fertiger arbeiten bis zu 12 Stunden am Stück – Batteriekapazität und Ladeinfrastruktur müssen das abbilden können. Volvo setzt auf Schnellladesysteme und optionale Netzanbindung bei stationären Einsätzen.

Die Modernisierung in Hameln ist Teil einer größeren Strategie. Volvo CE hat angekündigt, bis 2030 seine komplette Produktpalette zu elektrifizieren oder zumindest als Hybrid anzubieten. Andere Werke, etwa für Bagger und Radlader, wurden bereits umgerüstet. Hameln ist nun das erste europäische Straßenbauwerk, das diesen Schritt geht. Ob weitere Investitionen in anderen Produktlinien oder Standorten folgen, ließ der Hersteller offen.

Für Bauunternehmen mit Fokus auf Straßenbau ist die Entwicklung relevant. Wer künftig in Innenstädten oder Tunneln arbeitet, wird auf emissionsfreie Maschinen setzen müssen. Die Verfügbarkeit von Serienmaschinen aus etablierter Produktion ist ein Faktor bei der Investitionsplanung. Hameln zeigt: Die Elektrifizierung des Straßenbaus ist keine Vision mehr, sondern Realität in der Fertigung.