Bohrpfahlwände und Schlitzwände sind spezialisierte Baugrubenumschließungen im Spezialtiefbau. Sie kommen zum Einsatz, wenn größere horizontale und vertikale Lasten abzutragen sind und zum Schutz angrenzender Bebauung die Verformung des Verbaus gering bleiben soll. In innerstädtischen Lagen, bei Tunnelbauten für Stadtbahnen, U-Bahnen oder bei Hauptverkehrsstraßen unter Geländeniveau sind senkrechte Baugrubenumschließungen oft die einzige praktikable Lösung, wenn kein bergmännischer Vortrieb erfolgt.
Eine Bohrpfahlwand besteht aus zylindrischen, in den Boden gebohrten und mit Bewehrung sowie Beton hergestellten Pfählen. Diese Pfähle werden in einer Linie angeordnet und tragen Erddruck, Grundwasserlasten sowie gegebenenfalls Verkehrslasten ab. Die Abtragung der vertikalen Lasten erfolgt über Spitzendruck und Mantelreibung. Bohrpfahlwände können sowohl temporär als auch dauerhaft ausgeführt werden und lassen sich konstruktiv in das entstehende Bauwerk einbeziehen.
Je nach Anordnung und Überlappung der Pfähle unterscheiden sich drei Hauptvarianten: Bei der aufgelösten Bohrpfahlwand haben die Bohrpfähle untereinander einen Abstand größer als der Eigendurchmesser, und der Zwischenraum wird beim Aushub mit Spritzbeton gesichert. Die tangierende Bohrpfahlwand berührt jeweils die Nachbarbohrpfähle. Die überschnittene Bohrpfahlwand besteht aus unbewehrten Primärpfählen, in deren Zwischenräume bewehrte Sekundärpfähle eingebracht werden. Diese Variante kann auch im Grundwasser eingesetzt werden und bietet erhöhte Dichtigkeit.
Die Herstellung beginnt mit einer Bohrschablone aus Beton an der Geländeoberfläche. Anschließend werden im Drehbohrverfahren – je nach Standfestigkeit des Bodens verrohrt oder unverrohrt – Bohrungen abgeteuft. Nach dem Einstellen des Bewehrungskorbs wird der Pfahl im Grundwasser im Kontraktorverfahren betoniert. Die Herstellung erfolgt meist im Wechselpfahl-System.
Trägerbohlwände und Spundwände sind bekannte und wirtschaftliche Verfahren für temporäre Baugrubenumschließungen. Bohrpfahl- und Schlitzwände werden jedoch bevorzugt, wenn größere Lasten abzutragen sind und in beengten innerstädtischen Lagen eine geringe Verformung erforderlich ist. Sie ermöglichen sichere Baugruben in sensiblen Umgebungen sowie dauerhafte oder temporäre Stützwände.
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.

