Auf elektrifizierten Baustellen ist selten die Maschine das Problem, sondern der Strom, der zu ihr kommen muss. Die niederländische Staad Groep aus Veghel dreht den Ansatz um: Ihre Bagger werden von einem wechselbaren Batteriepaket gespeist, das sich aus der Maschine nehmen und als eigenständiger Speicher weiterverwenden lässt — als Baustromquelle und als Ladepunkt.

Das Unternehmen hat seine Baureihe am 6. November vorgestellt. Sie besteht aus drei elektrischen Erdbaumaschinen, dem Batteriesystem Powerbox und mobilen Einheiten, die aus dem Speicher Baustrom und Ladeleistung machen.

Drei Maschinen, zwei Speichergrößen

Der STAAD 17W ist ein elektrischer Mobilbagger mit 104 kW Nennleistung. Angetrieben wird er von einem flüssigkeitsgekühlten Danfoss-Elektromotor mit SRPM-Technologie, gespeist aus einer Powerbox 300 mit 300 kWh LFP-Zellen.

Der STAAD 23LCR ist ein Raupenbagger mit 137 kW Nennleistung und einer Powerbox 400 mit 400 kWh. Den Wechsel des Pakets beziffert Staad auf weniger als fünf Minuten.

Der DX355LC Electric gehört in die 35-Tonnen-Klasse und nimmt zwei Powerbox-400-Pakete auf, nominal 800 kWh. Daraus ergeben sich nach Unternehmensangaben 12 bis 15 Stunden Einsatzzeit, je nach Einsatzbedingungen. Die Maschine ist auch ohne eigene Batteriepakete zu haben, dann in Verbindung mit einem Energy-as-a-Service-Modell.

Der Speicher verlässt die Maschine

Entscheidend ist weniger die Kapazität als die Entkopplung. Die Powerbox — ein LFP-Speicher mit 300 oder 400 kWh — lässt sich unabhängig von der Maschine laden und entladen. Sie arbeitet damit auch als stationärer Speicher oder als mobile Energiequelle, wenn der Bagger sie gerade nicht braucht. Geladen wird per CCS2 mit bis zu 120 kW Gleichstrom oder über Wechselstromanschlüsse.

Baustrom ohne Netzanschluss

Den Weg vom Speicher zur Baustelle übernehmen die Fieldmaster-Einheiten. Die AC-Variante wandelt Gleichstrom aus der Powerbox in 400-Volt-Wechselstrom und stellt bis zu 100 kW über Kraftstrom- und Baustromanschlüsse bereit — einmal 63 Ampere, zweimal 32 Ampere, dreimal 16 Ampere. Die DC-Variante lädt Maschinen und Fahrzeuge mit CCS2-Anschluss mit bis zu 120 kW, nach Angaben des Herstellers auch vollständig netzunabhängig.

Für Bauunternehmen heißt das: Ein Baufeld ohne belastbaren Netzanschluss lässt sich mit denselben Paketen versorgen, die am Vortag im Bagger gesteckt haben. Der Speicher wird zur Infrastruktur, nicht zum Zubehör einer einzelnen Maschine.

Was davon im Feld läuft

Staad nennt drei niederländische Deichverstärkungsprojekte als Referenz: Zwolle-Olst, ausgeführt von Boskalis, sowie Tiel-Waardenburg und Neder-Betuwe, ausgeführt von Ploegam und Dura Vermeer. Dort sind nach Unternehmensangaben derzeit knapp 250 Powerboxen und rund 50 Fieldmaster-Einheiten im Einsatz; beliefert werden die Projekte seit 2023. Die Deichbaustelle von Ploegam arbeitet laut Staad durchgehend mit Powerboxen.

Diese Angaben stammen vom Unternehmen und sind von der Redaktion nicht unabhängig geprüft worden.

Das Unternehmen

Die Staad Groep ist ein Familienunternehmen mit Sitz im niederländischen Veghel. Es entwickelt Erdbaumaschinen und mobile Energielösungen und baut nach eigenen Angaben seine Position in Europa mit elektrischen Maschinen und Batterielösungen aus.

Quelle: Pressemitteilung der Staad Groep vom 6. November 2026, staad.com.