Zentralschmiersysteme versorgen mehrere Schmierstellen automatisch von einem zentralen Aggregat aus. Sie ersetzen die manuelle Schmierung mit der Fettpresse. Die beiden wichtigsten Systemarten sind Einleitungs- und Progressivsysteme – beide arbeiten nach unterschiedlichen Dosier- und Überwachungsprinzipien.
Eine Zentralschmieranlage ist ein geschlossenes System, das Schmierstoff – Öl oder Fett – aus einem Vorratsbehälter zu allen angeschlossenen Lagern, Führungen, Ketten oder Gelenken fördert. Die Anlage besteht aus Pumpe mit Behälter, Dosier- oder Verteilerelementen, Leitungsnetz, Sensorik und Steuerung. Jede Schmierstelle erhält die definierte Menge in festgelegten Intervallen – automatisch und reproduzierbar.
Einleitungssystem: parallele Versorgung mit individueller Dosierung. Ein Mehrleitungssystem – auch Einleitungssystem genannt – ist das einfachste Zentralschmiersystem. Eine Pumpe setzt die Hauptzuleitung unter Druck und befüllt mehrere einzelne Kolbenverteiler oder Einleitungsverteiler. Jeder Einleitungsverteiler bedient eine Schmierstelle und kann leicht eingestellt werden, um eine genaue Schmierstoffmenge mit hoher Genauigkeit zu liefern. Die Einleitungsverteiler funktionieren unabhängig voneinander. Das hat den Vorteil, dass der Rest des Systems nicht unterbrochen wird, wenn ein einzelner Einleitungsverteiler ausfällt oder eine Versorgungsleitung verstopft ist. Ein Mehrleitungssystem ist einfach zu installieren, zu warten und zu ändern. Die von den Hauptversorgungsleitungen überbrückten Entfernungen können bis zu 50 Meter oder sogar mehr betragen. Der Nachteil: Bei einem Mehrleitungssystem würde eine blockierte Schmierstelle auf der Systemebene nicht ohne weiteres erkannt werden. Um die Leistung der Einleitungsverteiler elektronisch zu überwachen, müsste jeder Einleitungsverteiler mit einem Sensor an die SPS angeschlossen werden.
Progressivsystem: sequenzielle Dosierung mit Systemüberwachung. Bei Progressivsystemen arbeiten Kolben im Verteiler in fester Folge nacheinander. Alle Kolben sind in einer mechanischen Reihenfolge miteinander verbunden. Die Pumpe baut Druck im Hauptleitungsnetz auf, und der Druck bewegt die Kolben sequenziell. Jeder Kolben gibt seine definierte Teilmenge an die zugeordnete Schmierstelle ab, bevor der nächste Kolben in Bewegung gesetzt wird. Weil alle Kolben in fester Reihenfolge arbeiten, blockiert ein verstopfter Auslass den ganzen Verteiler. Das ist der Grund für die gute Überwachbarkeit – ein einziger Hubsensor zeigt, ob alle Schmierstellen versorgt wurden. Falls eine Schmierstelle blockiert, stoppt der gesamte Verteilerkreis, und die Steuerung meldet eine Störung.
Überwachung der Schmierstellen. Progressivsysteme ermöglichen eine wirtschaftliche Systemüberwachung mit einem einzigen Druck- oder Hubsensor pro Verteilerkreis. Wenn der Sensor keine Rückmeldung gibt, meldet die Steuerung eine Störung. Einleitungssysteme erfordern für jede Schmierstelle einen eigenen Sensor, wenn eine vollständige Überwachung gewünscht wird.
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