Ein Zweiwegebagger ist ein Mobilbagger, der sowohl auf der Straße als auch auf Eisenbahnschienen fährt. Über hydraulisch ausfahrbare Spurkranzräder wird das Gerät auf Gleisen positioniert. Der Wechsel zwischen Straße und Schiene dauert nur drei bis fünf Minuten. Diese Flexibilität macht Zweiwegebagger zum wirtschaftlichen Werkzeug für Arbeiten am Bahnnetz – ohne dass Sie separate Geräte für Straße und Schiene vorhalten müssen.
Wie funktioniert die Zweiwegetechnik?
Die Besonderheit liegt im Fahrwerk: Neben den Standard-Bereifung oder dem Raupenfahrwerk für den Straßenbetrieb verfügt der Zweiwegebagger über zusätzliche Spurkranzräder. Diese werden hydraulisch aus- und eingefahren. Im Gleisbetrieb heben die Spurkranzräder das Fahrzeug an und übernehmen die Führung auf der Schiene. Der Antrieb erfolgt je nach Bauart über die Straßenräder oder direkt über die Schienenräder.
Die Norm EN 15746-1 unterteilt Zweiwegebagger in mehrere Kategorien. Fahrzeuge der Kategorie 8 verfügen über Zug- und Stoßeinrichtungen, die ein Einstellen in Züge ermöglichen. In Kategorie 9A werden Zweiwegebagger über Schienenräder angetrieben, die zugleich die vollständige Fahrzeugmasse tragen. Kategorie 9B nutzt Schienenräder, die indirekt von den Straßenrädern angetrieben werden, während die Fahrzeugmasse auf den Schienenrädern ruht. Fahrzeuge der Kategorie 9C fahren mit ihren Straßenrädern auf dem Schienenkopf und werden durch zusätzliche Führungsräder in der Spur gehalten.
Wo setzen Sie Zweiwegebagger ein?
Die Hauptanwendung liegt im Gleisbau und in der Gleiswartung. Sie nutzen Zweiwegebagger für:
- Aushub- und Rückverfüllarbeiten bei Gleisumbauten
- Schotterausbau und Schotterprofilerung
- Montage von Weichen und Kreuzungen
- Austausch von Schwellen und Schienen
- Arbeiten an Oberleitung und Signaltechnik
- Tunnelbau und Tunnelsanierung entlang von Bahnstrecken
- Kabeltrassen und Leitungsverlegung im Gleisbereich
Besonders bei Arbeiten in Nachtsperrpausen oder an Wochenenden sparen Sie Zeit: Der Bagger fährt eigenständig zur Baustelle, gleist binnen Minuten auf und beginnt sofort mit der Arbeit. Kein separater Transport per Tieflader, keine Wartezeiten.
Welche Anbaugeräte passen an Zweiwegebagger?
Moderne Zweiwegebagger sind mit Schnellwechselsystemen ausgestattet, die einen zügigen Austausch verschiedener Anbaugeräte ermöglichen. Zu den gängigen Werkzeugen zählen:
- Greifer zum Heben und Bewegen von Schotter, Holz und Schrott
- Tieflöffel für Aushubarbeiten und zum Bewegen von Schutt
- Hydraulikhämmer zum Aufbrechen harter Materialien wie Beton oder Gestein
- Vibrationsplatten zum Verdichten von Boden oder Schotter
- Schwellenwechsler für den Austausch von Bahnschwellen
- Schienenknacker zum Zerteilen von Schienen im Gleisbau
- Ramm- und Ziehvibratoren zum Einrammen von Pfählen
Welche Hersteller bieten Zweiwegebagger an?
Liebherr bietet mit seinen ZW-Modellen eine breite Palette an Zweiwegebaggern. Auch Hersteller wie Atlas und Colmar haben spezialisierte Maschinen für den Gleisbau im Programm. Liebherr gilt dabei als einer der wichtigsten Anbieter im europäischen Markt.
Worauf müssen Sie bei der Miete oder beim Kauf achten?
Bei der Auswahl der passenden Größenklasse sind Einsatzort, Untergrund, Lastanforderungen und Verfügbarkeit entscheidend. Über die Vermietung lassen sich auch kurzzeitige Spitzenlasten und Spezial-Anforderungen flexibel abdecken – ohne Anschaffungskosten und mit voller technischer Flexibilität zwischen Projekten. Die Mietkosten hängen von Größenklasse, Mietdauer und Ausstattung ab. Wochen- und Monatsmieten bringen meist deutliche Rabatte gegenüber Tagessätzen.
Welche Sicherheitsvorschriften gelten?
Zweiwegefahrzeuge dürfen nicht über die für Schienenfahrzeuge geltenden Fahrzeugbegrenzungslinien hinausragen. Jederzeit muss die Fahr-, Stand- und Entgleisungssicherheit gewährleistet sein. Während der Arbeit auf dem Gleis dürfen die Fahrzeuge und ihre beweglichen Teile weder mit der spannungsführenden Oberleitung noch mit anderen Bahninfrastruktur-Elementen kollidieren. Fahrer benötigen neben der Qualifikation zum Baugeräteführer zusätzliche Schulungen und Berechtigungen für den Einsatz auf Gleisanlagen nach EBO (Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung). Dazu gehören die Zweiwegebagger-Fahrberechtigung, Einweisung nach Ril 046.2751 sowie Befähigung zur Verständigung mit Fahrdienstleitungen.
Warum sind Zweiwegebagger wirtschaftlich?
Zweiwegebagger ermöglichen den wirtschaftlichen Maschineneinsatz im Bahnbau, ohne dass separate Geräte für Straße und Schiene benötigt werden. Sie sparen Zeit, Personal und Transportkosten. Ein falsch positionierter Bagger kann den Bauablauf behindern – ein professionell geführter Bagger hingegen hält Zeitpläne ein, sichert Qualität und trägt zur Sicherheit im Gleis bei. Mit steigenden Investitionen in die Bahninfrastruktur wächst der Bedarf an qualifizierten Maschinenführern mit Zweiwege-Kompetenz kontinuierlich.
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.