Vom 8. bis 10. Juli 2026 öffnete die Liebherr-Werk Ehingen GmbH ihre Türen für 46 Kindergartenkinder aus drei Ehinger Einrichtungen. Im Rahmen des Projekts „Chancenreich" erlebten die jungen Besucherinnen und Besucher ein praxisnahes Programm, das Technikverständnis und Sprachentwicklung gezielt fördert. Der Ausbildungsbereich der Liebherr-Werk Ehingen GmbH entwickelte dafür ein durchdachtes Konzept, das Lernen, Erleben und Ausprobieren verbindet – vom selbstgebauten Modellkran bis zur Fahrt im Oberwagen eines echten Fahrzeugkrans.
Vorbereitung mit Memory-Spielen und Postern
Bereits im Vorfeld wurden die Kinder mit altersgerechten Materialien auf das Thema Technik eingestimmt. Poster, Memory-Spiele und Ausmalbilder ermöglichten es den Kindern, beim eigentlichen Werksbesuch direkt an ihr Wissen anzuknüpfen. Diese Vorbereitung zahlte sich aus: Die Kinder konnten sich bei der Einführung aktiv einbringen und zeigten bereits grundlegendes Verständnis für Fahrzeugkrane und Arbeitsabläufe auf Baustellen.
Arbeitsschutz spielerisch erleben
Nach einer kurzen Begrüßung und dem gegenseitigen Kennenlernen stand Arbeitsschutz auf dem Programm – ein Thema, das für jede Baustelle elementar ist. Die Kinder suchten versteckte persönliche Schutzausrüstung (PSA) und lernten deren Bedeutung kennen: Helm, Handschuhe, Warnweste. „Mit großer Begeisterung" probierten die Kinder die Ausrüstung selbst an, wie es in der Liebherr-Mitteilung heißt. Dieser spielerische Zugang vermittelte frühzeitig das Bewusstsein für Sicherheit im technischen Umfeld.
Vom 3D-Druck zum echten Mobilkran
Anschließend wurde Technik greifbar: Aus 3D-gedruckten Einzelteilen bauten die Kinder eigene Fahrzeugkrane. Das Zusammensetzen der Bauteile vermittelte grundlegende Prinzipien von Konstruktion und Montage – Fertigkeiten, die später in der Ausbildung zum Industriemechaniker oder Mechatroniker vertieft werden. Höhepunkt des Besuchs war eine Fahrt im Oberwagen eines echten Krans. Hier konnten die Kinder erleben, wie die Maschine bewegt wird, welche Sichtachsen der Kranführer hat und welche Dimensionen ein Fahrzeugkran erreicht.
Lehrwerkstatt: CNC, 3D-Druck und Roboter
Ein abschließender Rundgang durch die Lehrwerkstatt bot Einblicke in moderne Fertigungstechnologien. Die Kinder sahen CNC-Maschinen, 3D-Drucker und Roboter im Einsatz. Auszubildende stellten ihre Arbeitsplätze vor und gaben spannende Einblicke in ihren Ausbildungsalltag. Dieser direkte Kontakt mit jungen Fachkräften machte technische Berufe greifbar und nahm mögliche Hemmschwellen.
Ausbildungsmeister: „Echte Begeisterung entsteht beim Anfassen"
„Wenn Kinder Technik sehen, anfassen und selbst ausprobieren können, entsteht echte Begeisterung. Genau diese Momente sind entscheidend, um Neugier und Verständnis nachhaltig zu fördern", erklärt Andreas Reichart, Ausbildungsmeister bei Liebherr-Werk Ehingen. Diese Aussage unterstreicht die strategische Dimension des Projekts: Wer frühzeitig Interesse weckt, legt den Grundstein für technische Ausbildung und Fachkräfte-Nachwuchs.
Erzieherinnen: Sprachförderung und Selbstvertrauen
Die Erzieherinnen der beteiligten Kindergärten betonen die pädagogische Wirkung des Besuchs. „Die Kinder erleben Technik mit allen Sinnen. Das stärkt nicht nur ihr Verständnis, sondern erweitert ganz nebenbei ihren Wortschatz und ihr Selbstvertrauen im Umgang mit neuen Themen", sagt Patricja Dominiak, Erzieherin im Kindergarten Rosengarten. Sarah Albrecht, Leiterin des Kindergartens Hopfenhaus, bestätigt: „Der Vormittag bei Liebherr war für unsere Vorschulkinder ein unvergessliches Erlebnis. Die Begeisterung und das große Interesse der Kinder waren den ganzen Vormittag über spürbar."
Nachbereitung mit Urkunden und Materialien
Zum Abschluss erhielten alle 46 Kinder persönliche Urkunden sowie Materialien zur Nachbereitung im Kindergarten. Diese Nachbereitung ist ein zentraler Bestandteil des Projekts „Chancenreich": Das Erlebte bleibt so lebendig und kann im Kindergartenalltag vertieft werden. Sprach- und Technikförderung greifen ineinander – ein Ansatz, der über den klassischen Werksbesuch hinausgeht.
Warum solche Initiativen für die Baumaschinenbranche wichtig sind
Das Liebherr-Projekt zeigt exemplarisch, wie Hersteller frühzeitig den Kontakt zur lokalen Gemeinschaft suchen und gleichzeitig den Grundstein für künftige Fachkräfte legen. In Zeiten von Fachkräftemangel und digitaler Transformation ist die Verbindung zwischen Unternehmen und Bildungseinrichtungen strategisch relevant. Wer Kinder für Technik begeistert, investiert in den Nachwuchs – nicht nur für das eigene Unternehmen, sondern für die gesamte Branche.
Andere Hersteller wie Volvo CE oder BOMAG setzen ebenfalls auf Bildungskooperationen und Werksbesichtigungen, allerdings meist für ältere Schüler oder Ausbildungsinteressierte. Das Ehinger Modell setzt früher an – im Kindergartenalter, wenn Neugier und Offenheit besonders ausgeprägt sind.
Fazit: Technik-Nachwuchs beginnt im Kindergarten
Das Projekt „Chancenreich" kombiniert pädagogische Ziele mit wirtschaftlichen Interessen: Sprachförderung und Technikverständnis gehen Hand in Hand, und die Kinder erleben einen Baumaschinenhersteller als Teil ihrer Lebenswelt. Ob diese Investition in 15 Jahren zu mehr Auszubildenden bei Liebherr führt, lässt sich nicht messen – aber die Botschaft ist klar: Wer Technik früh erlebbar macht, baut Barrieren ab und schafft Bindung. Für Flottenmanager und Einkäufer mag das Programm keine direkte Relevanz haben, doch die gesellschaftliche Verantwortung und das regionale Engagement eines Herstellers sind Teil der Unternehmenskultur – und damit indirekt auch ein Kriterium bei langfristigen Beschaffungsentscheidungen.
Quellen
Liebherr
Weltweit führender Hersteller von Baumaschinen und Kranen
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.


