Die kontinuierliche Verdichtungskontrolle – kurz CCC (Continuous Compaction Control) – wandelt Erdverdichtung von einer erfahrungsbasierten Tätigkeit in einen messgesteuerten Prozess. Verdichtungswalzen ab 7 t Einsatzgewicht erfassen mittels integrierter Sensorik die Verdichtungsleistung während der Fahrt und zeichnen flächendeckend auf, wo wie oft verdichtet wurde. Die europäische Richtlinie CEN 17006 definiert seit ihrer Verabschiedung Spezifikationen und Anforderungen für den Einsatz von CCC als Qualitätsprüfverfahren bei Erdarbeiten.
Bei öffentlichen Ausschreibungen und Großprojekten fordern Auftraggeber zunehmend standardisierte Verdichtungsnachweise. Ein dynamisches Mess- und Dokumentationssystem in der Walze dient dabei der Qualitätskontrolle und protokolliert lückenlos, ob die geforderten Überfahrten tatsächlich stattgefunden haben und welche Verdichtungswerte erreicht wurden.
Welche Walzen fallen unter die CCC-Norm?
Die Richtlinie gilt für Böden, gleichkörnige Materialien und Steinschüttmaterialien, die mit Vibrationswalzen verdichtet werden können. Als Vibrationswalze definiert die Norm sowohl Walzen mit vertikalen Vibrationen bei fester Amplitude als auch Maschinen mit horizontaler Vibration bei fester Amplitude. Ebenso fallen Walzen darunter, die Wirkrichtung von Amplitude oder Frequenz während des Betriebs variabel einstellen können.
Hersteller wie Ammann haben ihre Walzenzüge – von Modellen wie dem ASC 70 bis zum ARS 220, die Tandemwalzen der ARX-Baureihe sowie der ARP-Reihe – auf CCC-Fähigkeit vorbereitet. Ammann setzt dabei auf sein automatisches Mess- und Regelsystem ACE (Ammann Compaction Expert), das bereits seit 1998 im Einsatz ist und kontinuierlich weiterentwickelt wurde.
Wie funktionieren CMV, Omega und CCC?
CCC-Systeme basieren auf unterschiedlichen Messprinzipien, die den dynamischen Widerstand des Bodens während der Vibrationsüberfahrt erfassen. Die gängigsten Verfahren sind:
- CMV (Compaction Meter Value): Misst die Reaktion der Bandage auf Vibrationsanregung und ermittelt daraus einen Verdichtungskennwert.
- Omega: Erfasst das Verhältnis zwischen Amplitude der Erregerschwingung und Amplitude der Bandagenschwingung bei verschiedenen Frequenzen.
- CCC (Continuous Compaction Control): Oberbegriff für kontinuierliche, flächendeckende Messung und Dokumentation während des Verdichtungsprozesses.
Ein GNSS-Empfänger liefert die Walzenposition, sodass jeder gemessene Wert georeferenziert gespeichert wird. Die Verdichtungskarten zeigt das System in Echtzeit auf einem Display in der Fahrerkabine an. Alle gespeicherten Daten können später für Analysen und Berichte verwendet werden.
Was bringt intelligente Verdichtung in der Praxis?
Kontinuierliche Verdichtungsmessung und permanente Regelung der Parameter Amplitude und Frequenz führen zu messbaren Einsparungen. Die Anzahl der Walzgänge wird reduziert, was Kraftstoffverbrauch, Arbeitsaufwand und Maschinenverschleiß senkt. Teure Nacharbeiten wegen Unter- oder Überverdichtung werden vermieden, und die Verwendung von CCC sorgt für gleichmäßige Oberflächen, die die Lebensdauer des verdichteten Untergrunds samt Deckschicht steigern.
Willi Reutter, Application Manager Heavy Equipment bei Ammann, weist auf die steigende Bedeutung permanenter Verdichtungsmessung hin: Die neue EU-Norm beweise, dass Auftraggeber – ob öffentliche Hand oder privat – bei Erdverdichtung immer öfter ein standardisiertes Verfahren verlangen. Die Verdichtung mit einem solchen System sorge einerseits für deutlich bessere Ergebnisse, andererseits sicherten sich Auftraggeber und Ingenieurbüros auch im Hinblick auf Qualität und Langlebigkeit ab.
Echtzeit-Datenübertragung und Multi-Walzen-Vernetzung
Neuere CCC-Systeme wie Dyn@lyzer von Dynapac bieten cloud-basierte Anwendungen mit Echtzeitberichten. Die Daten werden nahezu in Echtzeit von der Walze zum Cloud-Server übertragen. Das ermöglicht Arbeitsvorbereitung, Datenzugriff und Analyse von jedem Computer mit Internetanschluss aus, ohne die Maschine aufsuchen zu müssen.
Eine weitere Funktion ist die Vernetzung mehrerer Walzen, die auf der gleichen Schicht arbeiten. Über drahtlose Kurzstrecken-Kommunikation erhalten alle verbundenen Maschinen nahezu in Echtzeit Informationen über die Gesamtzahl der durchgeführten Übergänge. Die kombinierten Ergebnisse aller Walzen können digital erfasst, abgerufen und ausgewertet werden.
Ausblick: Von der Option zum Standard
Thilo Ohlraun, Vertriebsleiter bei Ammann Verdichtung, sieht die Entwicklung positiv: Auftraggeber seien immer auf der sicheren Seite, wenn sie bei der Erdverdichtung auf ein ACE-System setzten. Alle ACE-Varianten – ob ACE pro oder ACE force – erfüllen die in der Norm CEN 17006 verlangten Spezifikationen und gehen mit ihrer Leistung teilweise noch darüber hinaus.
Die europäische Direktive wird intelligente Bodenverdichtung bei Großprojekten als Standard voraussetzen. CCC-Systeme wandeln sich damit von der Sonderausstattung zur Grundvoraussetzung für die Teilnahme an öffentlichen Ausschreibungen. Für Bauunternehmen bedeutet das: Wer heute in CCC-fähige Verdichtungsmaschinen investiert, sichert sich Zugang zu künftigen Aufträgen und dokumentiert Qualität lückenlos – vom ersten Walzgang bis zur Abnahme.
Weitere Informationen zu Methoden der Verdichtungskontrolle und Proctor-Dichte finden Sie in unserem Fachlexikon. Aktuelle Entwicklungen zur digitalen Baustelle und Telematik zeigen, wie Maschinensteuerung und Datenerfassung künftig noch enger verzahnt werden.
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.

