Ein Mobilkran bewegt schwere Lasten über große Ausladungen. Die Lastmomentbegrenzung, kurz LMB, überwacht die Tragfähigkeit des Krans in Echtzeit und verhindert, dass er in einen kritischen Betriebszustand gerät. Es handelt sich um ein elektronisches Sicherheitssystem, das bei drohender Überlastung warnt und im Grenzfall gezielt Kranfunktionen blockiert.
Das System berechnet das aktuelle Lastmoment – das Produkt aus gehobener Last und ihrem horizontalen Abstand zum Drehpunkt des Krans. Dieser Wert wird mit hinterlegten Traglasttabellen verglichen, die für jede Konfiguration die maximal zulässige Last definieren. Überschreitet das berechnete Lastmoment einen Schwellwert, aktiviert das System optische und akustische Alarme. Nähert sich die Auslastung der absoluten Grenze, greift die Begrenzungsfunktion ein: Weitere Hubbewegungen oder das Ausfahren des Auslegers werden blockiert, während Entlastungsbewegungen – Absenken der Last, Einfahren des Auslegers – weiterhin möglich bleiben.
In Europa regelt die Norm EN 13000 die Anforderungen an Krane, einschließlich der Überlastschutzsysteme für Mobilkrane. Die Norm fordert Sicherheitseinrichtungen, die ein Überschreiten der zulässigen Tragfähigkeit verhindern.
Die Lastmomentbegrenzung ist eine technische Schutzeinrichtung, ersetzt jedoch nicht die Sorgfaltspflicht des Kranführers. Das System kann nur die Parameter überwachen, die seine Sensoren erfassen. Der Kranführer muss die Traglasttabellen kennen, den Untergrund beurteilen und die Umgebungsbedingungen berücksichtigen. Kranführer sind verpflichtet, offensichtliche Fehlfunktionen des Systems zu melden und den Kran bei defektem LMB außer Betrieb zu nehmen.
Neben der Sicherheit hat die Lastmomentbegrenzung eine ökonomische Funktion. Überlastungsereignisse führen oft zu mehrtägigen Stillständen, während Gutachter den Kran untersuchen und Schäden dokumentieren.
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