Die Lastmomentbegrenzung (LMB) ist die zentrale Sicherheitseinrichtung jedes Mobilkrans. Sie überwacht die Grenzen von Standsicherheit, Bauteilfestigkeit des Kranes und Kraft des Hubwerkes und schützt den Kran vor Überlastung. Für Sie als Kranführer oder Flottenmanager bedeutet das: Die LMB verhindert, dass der Kran kippt, Bauteile brechen oder das Hubwerk versagt – drei gefährliche Ereignisse, die nicht eintreten dürfen.
Warum Mobilkrane eine besondere Überwachung brauchen
Anders als bei stationären Kranen ist ein Autokran nicht konstruktiv mit seiner Umgebung verbunden. Er steht allein durch einen Ausgleich der Massen von Kran und Last. Das Verhältnis der Kippmomente zu den Standmomenten wird durch die Lastmomentbegrenzung überwacht. Das Heben von Lasten ist eine Arbeit gegen die Schwerkraft – eine Gefahrenquelle, die sich nicht abschalten lässt wie elektrische Energie. Besonders gefährliche Ereignisse sind das Herabfallen der Last, das Umkippen des Kranes sowie das Versagen der Krankonstruktion durch Überlastung.
Wann ist die LMB Pflicht?
Das Ausrüsten mit einer Lastmomentbegrenzung ist vorgeschrieben für Krane mit einer maximalen Tragfähigkeit größer oder gleich 1000 kg oder einem Kippmoment größer oder gleich 40.000 Nm. Diese Grenzwerte stammen aus den sicherheitstechnischen Anforderungen, die in der europäischen Norm EN 13000 konkretisiert sind.
Was regelt die Norm EN 13000?
Die EN 13000 ist die europäische Produktnorm für Mobilkrane und konkretisiert die grundlegenden Anforderungen der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG. Diese Richtlinie wird in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union als Gesetz umgesetzt und ist damit verpflichtend. Die EN 13000 formuliert die speziellen Anforderungen an alles, was mit Heben zu tun hat – vom Fahrzeugkran bis zum Raupenkran.
Die Norm wurde erstmals 2004 veröffentlicht. Aktuell ist die EN 13000:2010+A1:2014 gültig. Der Grundlagenstand 2010 wurde ab 2012 umgesetzt. Mit der Version 2010 wurde unter anderem der Schlüsselschalter der LMB aus der Kabine verbannt, wie Sie es heute von modernen Mobilkranen kennen. Mit der Änderung 2014 (A1:2014) kam dann beispielsweise die Stützbreitenüberwachung als Warnung hinzu.
Wie die LMB technisch funktioniert
Die Lastmomentbegrenzung kann nur die durch den Kran erzeugten Kräfte erfassen und begrenzen, nicht aber Einwirkungen aus der Umgebung des Kranes. Sie arbeitet mit Sensorik, die verschiedene Parameter kontinuierlich misst:
- Auslegerstellung und -länge: Sensoren erfassen Winkel und Teleskoplänge des Kranauslegers
- Lastgewicht: Drucksensoren in der Hydraulik oder Kraftmessdosen am Hubseil ermitteln die angehängte Last
- Stützbreite: Überwachung der tatsächlich ausgefahrenen Abstützungen
- Drehwinkel: Position des Oberwagens relativ zum Unterwagen
Aus diesen Daten berechnet die Steuerung permanent das aktuelle Kippmoment und vergleicht es mit dem zulässigen Standmoment. Wird eine definierte Grenze überschritten, greift die LMB ein und stoppt kritische Bewegungen – etwa das weitere Ausfahren des Auslegers oder das Anheben zusätzlicher Last.
Was die LMB nicht kann – und was Sie als Kranführer wissen müssen
Die Lastmomentbegrenzung schützt ausschließlich vor Überlastung durch die Kranfunktion selbst. Äußere Einflüsse wie Windlasten, unebener Untergrund, seitliches Ziehen der Last oder Anfahren von Hindernissen kann die LMB nicht erfassen. Deshalb bleibt die Beurteilung der Einsatzbedingungen Ihre Aufgabe als Kranführer oder Verantwortlicher: Bodentragfähigkeit prüfen, Windgeschwindigkeit einschätzen, Lastanschlagpunkte kontrollieren.
Moderne Entwicklungen und künftige Anforderungen
Hersteller wie Liebherr arbeiten aktiv bei der Erstellung der Produktnorm EN 13000 mit. Die Norm befindet sich momentan in der Überarbeitung. Mit der Veröffentlichung der neuen Maschinenrichtlinie, die kurzfristig erwartet wird und dann eine Verordnung wird, werden auch neue Anforderungen an Hersteller gestellt. Diese Anforderungen müssen dann im nächsten Versionsstand der EN 13000 für Mobilkrane konkretisiert werden.
Einige Anforderungen dieses künftigen Standards sind bei führenden Herstellern bereits umgesetzt, wie zum Beispiel die Gegengewichtserkennung bei Teleskopkranen, die abschaltende Stützbreitenüberwachung oder die Stützdrucküberwachung. Diese Systeme erweitern die klassische Lastmomentbegrenzung und erhöhen die Arbeitssicherheit auf der Baustelle.
Praxis-Empfehlung: Worauf Sie beim Kraneinsatz achten sollten
Die LMB ist ein technisches Schutzsystem, kein Ersatz für sorgfältiges Arbeiten. Verlassen Sie sich nie darauf, dass die Elektronik jeden Fehler abfängt. Kontrollieren Sie vor jedem Einsatz die Funktion der Lastmomentbegrenzung, achten Sie auf Warnmeldungen im Display und dokumentieren Sie Unregelmäßigkeiten. Bei Verdacht auf Fehlfunktion darf der Kran nicht eingesetzt werden – die Standsicherheit steht über Termindruck.
Wenn Sie Kranarbeiten planen, berücksichtigen Sie die Traglasttabellen nach EN 13000. Diese Tabellen sind nach der Norm gerechnet und berücksichtigen bereits die Sicherheitsfaktoren für Standsicherheit und Bauteilfestigkeit. Wer zusätzliche Gegengewichte nachrüstet oder den Ausleger verlängert, muss die Traglasttabellen entsprechend anpassen lassen – andernfalls verliert die CE-Konformitätserklärung ihre Gültigkeit.
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.


